Nachhaltigkeit

Chancen

+ Stabile Renditen über einen längeren Zeitraum
+ Förderung von Unternehmen mit ethischer und nachhaltiger Ausrichtung
+ Investition in die Zukunft

Risiko

– Marktbedingte Kursschwankungen sowie Ertragsrisiko
– Wechselkursrisiko
– Konzentration des Investments auf einzelne Sektoren

Nachhaltige Geldanlagen liegen im Trend

Ethisches Investieren beziehungsweise Nachhaltigkeit gewinnen in der Finanzwelt immer mehr an Bedeutung. Ob Aktien, Fonds, Anleihen oder Sparanlagen, in allen Assetklassen nimmt das Angebot an Produkten zu, die auf ethisch-ökologischem Wirtschaften beruhen. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) beziffert das Anlagevolumen in Deutschland für 2018 auf 219 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Jahren hat dieser Markt höhere Zuwachsraten als jener für konventionelle Geldanlagen.
Immer mehr Privatanleger entdecken das Thema für sich. Auch die Politik fördert die Entwicklung von nachhaltigen Geldanlagen. Die Europäische Kommission hat 2018 einen Aktionsplan für nachhaltiges Finanzwesen erstellt. Danach sollen unter anderem Offenlegungspflichten, inwieweit Produkte nachhaltig sind, für Banken gesetzlich festgeschrieben werden. Zudem soll es ein System zur Produktklassifizierung mit Standards und Kennzeichen geben, an denen sich Anleger orientieren können. Und ethische und ökologische Kriterien sollen grundsätzlich Gegenstand der Anlageberatung werden, heute ist es immer noch eher die Ausnahme, dass Finanzberater sie von sich aus ins Gespräch bringen.

Nachhaltige Geldanlagen performen meist besser

Eine Reihe Studien zeigt, dass ethisch-ökologische Finanzprodukte in der Wertentwicklung anderen nicht hinterherhinken, im Gegenteil. Die Ratingagentur Scope stellte in einem Vergleich von Aktienfonds 2017 fest, dass nachhaltige Unternehmen „langfristig höhere Ertragspotenziale und bessere Rendite-Risikoprofile“ haben als solche, „deren Nachhaltigkeitsprofil weniger stark ausgeprägt ist“.
Ein ähnliches Ergebnis brachte auch eine breit angelegte Untersuchung der Universität Kassel im Jahr 2014. Die Finanzwissenschaftler nahmen knapp drei Dutzend Studien unter die Lupe, in denen nachhaltige Fonds anderen gegenübergestellt worden waren. Was das Rendite-Risiko-Verhältnis betrifft, seien „nachhaltige Fonds genauso gut oder besser als konventionelle“, resümierten die Wissenschaftler.

Nachhaltigkeit ist nicht gleich Nachhaltigkeit

Nachhaltig kann eine Menge bedeuten oder sehr wenig. Es gibt keine verbindlichen Regeln dafür, wann ein Finanzprodukt als nachhaltig beworben werden darf und wann nicht. Etabliert haben sich in der Finanzwelt die sogenannten ESG-Kriterien. ESG ist die Abkürzung für Environmental, Social, Governance – Umwelt, Soziales, Unternehmensführung – und zielt zum Beispiel auf Umweltschutz und Energiemanagement, Menschenrechte und Chancengleichheit sowie Unternehmensethik und Compliance.
ESG-Kriterien werden bei der Auswahl von Investitionszielen nach unterschiedlichen Strategien eingesetzt. Die verbreitetste nachhaltige Anlagestrategie in Deutschland funktioniert nach dem Ausschlussprinzip. Firmen, Branchen und Staaten werden von Investitionen ausgeschlossen, wenn auf sie bestimmte Negativkriterien zutreffen. Die aktuell bedeutendsten Negativkriterien sind laut FNG: Arbeitsrechtsverletzungen, Korruption, Menschenrechtsverletzung, Umweltzerstörung, Kohle, Waffen und Rüstung. Fast 130 Milliarden Euro waren 2018 nach dem Ausschlussprinzip angelegt.

Das FNG stuft seit 2015 Investmentfonds ein. Produkte, die die Mindeststandards des FNG einhalten, erhalten das Basis-Siegel. Weitergehende Investments erhalten nach dem Stufenmodell Siegel bis zu drei Sternen. Seit 2013 gibt das Siegel des Finanzportals Eco-Reporter. Es wird an Anlageprodukte nur vergeben, wenn neben diesen selbst auch das „Kerngeschäft“ der Anbieter Nachhaltigkeitskriterien erfüllt.